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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Krise] Welches Linux für Profi-Server


Pyro
13.10.2005, 17:46
Ich kriege die Krise - da will man sich ein klein wenig verbessern und nicht jedes Jahr in den Spitzenzeiten-Tagen oberhalb von 300 Usern den Server abrauchen sehen und dann entwicklet sich alles zur Odyssee.

Nach langem Hin und Her bin ich bei einem "Mittelstands"-Profiserver IBM xSeries Auslaufmodell x235 gelandet. Guckst Du hier. (http://www-03.ibm.com/servers/de/eserver/xseries/literature/xseries_235.html)

Das Teil wird mit 3 x SCSI Platten unter RAID 5 laufen, 2GB RAM, hat ein redundantes Netzteil, vermutlich Remote Supervisor Adapter etc, derzeit eine XEON 3.2 GHz CPU mit VRM, 2. CPU kommt, wenn diese etwas billiger geworden sind.

Soweit so gut, fettes Teil, nicht ganz billig, aber halb so teuer wie letztlich befürchtet, da über Bekannten als Auslaufmodell erworben. Und oberhalb von 1000 Usern sollte der auch in 2-3 Jahren noch abkönnen.

So. Endlich ein Server, dann auch noch ein echter Server, kein aufgemotzter PC. Jetzt stelle ich fest/höre ich, dass so ein Teil vermutlich spezielle Treiber für die lizensierte Hardware (Platten, RAID, Remote Dingsda und Konsorten) braucht.

Lizensiert ist nur Red Hat und SUSE für die Kiste.

Jetzt meine Fragen:

- Red Hat gibt's nur kostenpflichtig, richtig?
- und bei SUSE kann ich nicht die Normalversionen nehmen, die man mit einigen Gigs auch runterladen kann, sondern brauche sowas hier:

http://www.edv-buchversand.de/suse/product.php?cat0=750000432&idx0=1&cat1=750000662&idx1=0&cnt=product&id=so-0705&lng=

Ist das richtig? 450 Euro für ein SUSE?

Was sagen die Server-Profis mit echter Server-Hardware hier dazu? Ist das wirklich erforderlich und welche Alternativen gibt, bzw. welches ist die kostengünstigste GEEIGNETE Lösung?!

Mannomann....

Tomek
13.10.2005, 18:04
Zu aller erst: Die Frage sollte lauten, welche Linux Distribution und nicht welches Linux. Der Linux Kernel ist nur ein Bestandteil einer Distribution.

450 € für die SUSE Linux Enterprise Variante ist normal, da es eben eine Enterprise Version ist. Die Enterprise Versionen haben zu den normalen Linux Distributionen i.d.R. folgende Vorteile:
längere Releasezyklen, dadurch besser getestet
längere Unterstützung eines Releases
Zertifizierungen für Hardware und Software
garantierter Support des DistributorsDas Gleiche gilt auch für die Enterprise Variante von Red Hat. Die kostenlose normale Distribution gibt es unter dem Projekt Fedora (http://fedora.redhat.com/). SUSE geht nun auch den gleichen Weg wie Red Hat/Fedora und nennt ihr Projekt OpenSUSE (http://www.opensuse.org/).

Wenn man auf die Vorteile einer Enterprise Variante nicht verzichten möchte, jedoch nicht die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen kann, der mag z.B. zu CentOS (http://www.centos.org/), das auf Red Hat Enterprise Linux basiert, greifen.

Welche Linux Distribution denn nun am geeignetsten oder am besten ist, ist so nicht zu beantworten. Alle haben ihre Vor- und Nachteile und auch besondere Eigenheiten, die dem einen missfallen und dem anderen entgegen kommen. Prinzipiell sollte man die Distribution wählen, mit der man am meisten Erfahrung gesammelt hat bzw. mit der man sich am besten auskennt. Die Wahl der Distribution hängt aber auch teilweise stark von den Anforderungen ab, die man mitbringt, wie z.B. Paketauswahl, Aktualität oder Hardware-Unterstützung.

Man könnte aber auch einen ganz anderen Weg gehen und sich FreeBSD oder ein ähnliches Unix-Derivat installieren. Aber das ist wiederrum ein anderes Thema. ;)

Pyro
13.10.2005, 20:00
Hallo Tomek,

vielen Dank für Deine Erläuterungen! So grob kann ich das nachvollziehen - aber jetzt stellt sich immer noch die Frage, welche Linux-Distribution für mich am geeignetsten ist.

Grundsätzlich tendiere ich zum SUSE, da das ja schon recht komfortabel und verbreitet ist und wir auch die größte Erfahrung damit haben.

ABER: woher erfahre ich jetzt, ob es die Hardware (u.a RAID Controller etc.) für meinen IBM server unterstützt? Nur das war für mich ein Grund in Panik zu verfallen: bringt das OpenSUSE alle Treiber mit oder kann man alle erforderlichen Treiber so bekommen?
Und ist das bei CentOS (http://www.centos.org/) der Fall? Und bei freeBSD - mein aktueller Forumsserver läuft übrigens darauf. Es ist schon teilweise arg anders beim Installieren, z.B. habe ich bis heute selbst mit einem fähigen Kenner nicht die GD2-Bibliothek zum Laufen auf freeBSD gebracht.

Also, wie und wo genau erfahre ich vorher, ob meine Hardware unterstützt wird?

Lieben Dank
Pyro

Tomek
14.10.2005, 00:34
Grundsätzlich tendiere ich zum SUSE, da das ja schon recht komfortabel und verbreitet ist und wir auch die größte Erfahrung damit haben. Dann nimm SUSE Linux. ;)

ABER: woher erfahre ich jetzt, ob es die Hardware (u.a RAID Controller etc.) für meinen IBM server unterstützt? Nur das war für mich ein Grund in Panik zu verfallen: bringt das OpenSUSE alle Treiber mit oder kann man alle erforderlichen Treiber so bekommen? Die Treiber hängen in erster Linie vom eingesetzten Linux Kernel und nicht zwangsläufig von der Distribution ab. SUSE bietet auch eine Hardware-Datenbank (http://cdb.suse.de/) an, in der man nach unterstützter Hardware suchen kann.

Und ist das bei CentOS (http://www.centos.org/) der Fall? Ich behaupte mal, dass auch CentOS bei dir laufen wird.

Und bei freeBSD - mein aktueller Forumsserver läuft übrigens darauf. Es ist schon teilweise arg anders beim Installieren, z.B. habe ich bis heute selbst mit einem fähigen Kenner nicht die GD2-Bibliothek zum Laufen auf freeBSD gebracht. FreeBSD ist nicht Linux. Vieles ist gleich/ähnlich, aber vieles ist auch ebenso ungewohnt. Es macht natürlich keinen Sinn FreeBSD zu installieren, wenn man von Unix keine Ahnung hat.

Also, wie und wo genau erfahre ich vorher, ob meine Hardware unterstützt wird? Siehe in der genannten SUSE Hardware-Datenbank nach oder schaue in die aktuellen Kernel Quellen (http://www.kernel.org/).

h75
14.10.2005, 05:05
Also ich kann in jedemfall Red Hat empfehlen. Denn mit Hut wird alles gut. :D :D :)

Danke auch für die Erklärung von dir Tomek. :)

Pyro
14.10.2005, 07:26
Danke dir Tomek, für die Erklärungen und die Hardware-Datebnak. Das hilft weiter!

FreeBSD ist nicht Linux. Vieles ist gleich/ähnlich, aber vieles ist auch ebenso ungewohnt. Es macht natürlich keinen Sinn FreeBSD zu installieren, wenn man von Unix keine Ahnung hat.
Aber das kann ich so nicht stehen lassen. ;) :D
Natürlich ist freeBSD ein Unix und nicht Linux. Und ich habe davon tatsächlich sehr wenig Ahnung aber mein "Admin" dafür umso mehr. Er hat alles perfekt installiert, vom Software RAID, Mailserver bis hin so Kleinigkeiten wie ImageMagik etc. Aber die GD Bibliothek ist zwar da, läuft auch irgendwie, aber kann vom vB nicht verwendet werden...

Aber egal, freeBSD werde ich nicht weitervewenden und kümmere mich jetzt mal um Treiber für meine Hardware unter SUSE...

Tomek
14.10.2005, 09:27
Also ich kann in jedemfall Red Hat empfehlen. Denn mit Hut wird alles gut. :D :D :)
Hast du die Enterprise Version?

ugr|dual
21.10.2005, 21:42
Nach langem Hin und Her bin ich bei einem "Mittelstands"-Profiserver IBM xSeries Auslaufmodell x235 gelandet. Guckst Du hier. (http://www-03.ibm.com/servers/de/eserver/xseries/literature/xseries_235.html)
Das Teil wird mit 3 x SCSI Platten unter RAID 5 laufen, 2GB RAM, hat ein redundantes Netzteil, vermutlich Remote Supervisor Adapter etc, derzeit eine XEON 3.2 GHz CPU mit VRM, 2. CPU kommt, wenn diese etwas billiger geworden sind.
Soweit so gut, fettes Teil, nicht ganz billig, aber halb so teuer wie letztlich befürchtet, da über Bekannten als Auslaufmodell erworben. Und oberhalb von 1000 Usern sollte der auch in 2-3 Jahren noch abkönnen.


das bezweifle ich sehr. nicht mit einer cpu und auch nicht mit 2 ohne mehr ram. 4 gb... dann dürfte das gut gehen. wenn es fsb800 cpu's sind denke ich mal sogar ohne overload.

kommt allerdings sehr auf die grösse der DB an.


So. Endlich ein Server, dann auch noch ein echter Server, kein aufgemotzter PC. Jetzt stelle ich fest/höre ich, dass so ein Teil vermutlich spezielle Treiber für die lizensierte Hardware (Platten, RAID, Remote Dingsda und Konsorten) braucht.


lizensierte hardware? meinst du vielleicht zertifizierte hardware?


Lizensiert ist nur Red Hat und SUSE für die Kiste.


wenn das heisst nur bei diesen distributionen bekommst du treiber für die hardware die in dem server steckt resp. einen passenden kernel... dann ist das schlecht und wahrscheinlich unumgänglich.

Pyro
24.10.2005, 21:00
Die 2. CPU und weitere 2 GB im kommenden Jahr mit eingerechnet gehe ich davon aus, dass die 1000er Grenze gehalten werden kann ;)

Richtig - zertifizierte Hardware...

Lizensiert meint, dass IBM nur für die Red Hat und SUSE Distribution offiziell ihre Hardware "zertifiziert" hat (kein Ahnung, ob das Wort an der Stelle richtig ist). Was passiert, wenn man eine andere Distribution verwendet und ob es dafür Treiber gibt - keine Ahnung. Wir werden höchstwahrscheinlich mit Feudora starten und die Treiber in der Red Hat Datenbank suchen. Mal sehen. Ansonsten nehmen wir SUSE...

Gruß und Dank!
Pyro

blob
19.03.2006, 06:03
Mein Rechner ist bescheidener, nur 2,6 GHz und 1 GB Speicher, 160 Mb HD . Ebenso auch meine derzeitigen beiden Forums, ziemlich neu, www.boxen.dyn-o-saur.com (Instalationsanleitung für Anfänger: www.boxen.dyn-o-saur.com/installieren.txt ) und www.monkey.is-a-geek.net , Auf 16 Partitionen habe ich alle Arten von Linux sowie Minix instaliert. Wer reingucken will, www.boxen.dyn-o-saur.com/root (bitte nicht rumhacken).

Meiner recht umfangreichen Linux-Erfahrung nach, ist Slackware Linux am einfachsten, und läuft immer; ein Minix -Server dagegen am sichersten gegen Virus und Hacker (dahinter kann man dann ja einen Linux-Rechner setzen). Momentan habe ich Kernel 2.6.15.6, KDE 3.5.1. den Kernel habe ich gerade vorgestern hochgeladen und ersetzt was 5 Min. gedauert hat. Ich benutze Slackware auch zu 95%, einschliesslich für og Server meines sites und Forums. Stets aktualisierte Version downloadbar: ftp://ftp.slackware.no/pub/linux/slackware/slackware-current/ Gut ist auch ALTLinux und Mandrake; diese beiden haben die meisten Programme und ebenfalls immer gut ausgetestet und funktionierend. SuSE was ich auch habe ist das Allerletzte, und erst Recht kann ich nicht verstehen, wie dafür Manche auch noch Geld bezahlen.

Andreas
19.03.2006, 15:27
Wie wäre es mit Debian?

blob
20.03.2006, 08:14
:eek: :eek: Nein, Debian nicht, das ist ganz schrecklich, umständlich, und hat nichts was die anderen Distributionen nicht besser hätten. Die Debian-Leute kommen mir auch irgendwie wie ein Laberclub von verkannten 'Funktionären' vor; geben überall Interviews, Kurse, Belehrungen, haben es aber bis jetzt nicht einmal geschafft, ein aushaltbares Installationsprogramm zu machen.

Schön ist ein Debian-Ableger, Kurumin-Linux, wovon in Kürze eine neue Version rauskommt. Es hat nur einen 'Schwachsinn', was extrem lästig ist und jeses vernünftige Arbeiten verhindert, und weshalb ich es nicht mehr benutze: man kann sich nur mit Tricks als root einloggen Da ist Slackware genau das Gegenteil, alles möglichst einfach ! Es ist überhaupt die erste liveCD, denn eingeloggt (was hier unter root fast automatisch und bei mir auch immer ohne passwd erfolgt) ist man gleich in einem benutzbaren System (wenn auch nicht graphisch). Ich betreibe sicherlich keine Religion zugunsten bestimmter Distributionen, habe auch viele installiert, aber in der Praxis benutze ich doch fast nur Slackware ...

Um nochmal auf Fragestellungen hier im Forum zurückzukommen. Ich glaube, es ist unsinnig, bzgl. Linux-Distributionen zu diskutieren, welche professionell wäre und welche nicht. Professionell sind alle. Man soll vielmehr danach fragen, welche am praktischsten sind. Mein Slackware ist einfach aber läuft wunderbar, die meisten in diesem und anderen Forum diskutierten Probleme sind mir ganz unbekannt, eben gerade erst habe ich meine Datenverwaltung MySQL von V. 4 nach 5 aufgestockt, siehe www.boxen.dyn-o-saur.com/info.php , ohne auch nur die minimalsten Probleme. :)

Was die driver angeht, so macht sich da kein Unterschied; man findet im Internet (schlimmstenfalls bei Gento-Linux) jeden Treiber im Format .tar.gz , entpackt ihn dann innerhalb #mc , und hat ihn nach drei weiteren Anweisungen installiert, wobei in den meisten Fällen aber auch .rpm 's funktionieren. :) Andererseits braucht man für einen Server ohnehin keine besonderen driver

Alluidh
20.03.2006, 13:01
Hmmm ... Weiss nicht ... Mit Debian und dem Buch hier dazu Debian GNU / Linux. Grundlagen, Installation, Administration und Anwendung (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3540432671/qid=1142855818/sr=8-14/ref=sr_8_xs_ap_i14_xgl/028-5067300-7966921) habe ich eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht