Als Inhaber der Firma IP-Projects bin ich zufällig auf den Beitrag gestoßen und würde gerne etwas dazu beitragen:
Sind eigene Server an sich günstiger?
Im ersten Moment sind eigene Server günstiger, da man die Hardware Investitionskosten des Providers nicht tragen muss. Tritt allerdings ein Hardwareseitiger Defekt ein, kann es sehr teuer werden gerade dann, wenn pro 15 Minuten 20 - 25 Euro abgerechnet werden. Ein einfacher Mainboard Tausch beispielweise kann, je nach dem welches Gehäuse verbaut wurde, gut 30 Minuten in Anspruch nehmen (Festplatten ausbauen, eventuelle Erweiterungskarten umbauen, ...) und dann hat man immer noch nicht das Ersatzmainboard bezahlt.
Auch ist die Frage, wo man die Ersatzhardware herbekommt, ob diese im Rechenzentrum hinterlegt wird oder ob der Provider immer ausreichend Hardware im Rechenzentrum vorhalten kann. Wenn auf dem Server keine wichtigen Informationen abgelegt sind, ist es kein Problem, wenn dieser einmal ausfällt und man erst nach 2 Tagen selbst hinfährt um defekte Teile zu tauschen, wird dort aber eine wichtige Webseite oder ähnliches betrieben, wäre das nicht tragbar.
Wir selbst halten im Rechenzentrum immer Hardware im Wert von mehreren tausend Euro und in allen Variationen vor, das ist aber leider bei den meisten Anbietern auf dem Markt nicht die Regel. Man kann also bei einem eigenen Server Glück haben und richtig Geld sparen, oder man hat Pech und zahlt drauf. Hier muss jeder für sich entscheiden, was es einem Wert ist.
sollte nur kein atom-server sein, die sind wirklich lahm wie sau [IMG]file:///C:/Users/admin/AppData/Local/Temp/msohtml1/01/clip_image001.gif[/IMG]
Wir haben in unserem Forum einige CPU Benchmarks veröffentlicht im direkten Vergleich zu verschiedenen Serversystemen, die bei uns in betrieb sind. Auch sollte man beachten, dass ein Atomprozessor nicht gleich ein Atomprozessor ist. Auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges an Entwicklung getan. Bei uns wird z.B. ausschließlich der Intel D525MW Prozessor mit DDR3 LapTop Arbeitsspeicher verbaut.
https://www.ip-projects.de/forum/vie...&t=11&start=20 hier findet man einige Benchmarks, allerdings leider zu einer alten Baureihe. Beim neuen Atom sehen die Werte wie Folgt aus:
Code:
Dhrystone 2 using register variables 376783.7 5869317.0 155.8
Double-Precision Whetstone 83.1 394.6 47.5
Execl Throughput 188.3 2829.5 150.3
File Copy 1024 bufsize 2000 maxblocks 2672.0 93177.0 348.7
File Copy 256 bufsize 500 maxblocks 1077.0 26848.0 249.3
File Read 4096 bufsize 8000 maxblocks 15382.0 733433.0 476.8
Pipe-based Context Switching 15448.6 195376.4 126.5
Pipe Throughput 111814.6 948424.9 84.8
Process Creation 569.3 8006.2 140.6
Shell Scripts (8 concurrent) 44.8 811.5 181.1
System Call Overhead 114433.5 2786747.9 243.5
=========
FINAL SCORE 168.3
Hier auch ein kleiner CPU Benchmark Vergleich um die Leistung des Atoms einschätzen zu können: http://www.cpubenchmark.net/cpu_look...25+%40+1.80GHz
Der CPU ist zwar nicht vergleichbar mit den neusten und schnellsten CPUs, allerdings reiht er sich wunderbar im Mittelfeld ein und ist in der Anschaffung vergleichbar günstig.
Erstellt wurden die Benchmarks mit http://virtualist.de/wb/pages/benchmark-tests.php
Atom Prozessoren gehören in keine Serverumgebung, das sind "wegwerf" CPUs [IMG]file:///C:/Users/admin/AppData/Local/Temp/msohtml1/01/clip_image003.gif[/IMG]
Ich habe bislang keinen Atomprozessor weggeschmissen. In der Regel gehen auch nicht die CPUs defekt, sondern andere Bauteile auf dem Board.
Grundsätzlich ist es aber so, dass es darauf ankommt, für welchen Zweck der Server eingesetzt werden soll. Dient dieser für ein paar Voice-Server, Backups oder für den Betrieb von 5 Webseiten, ist so ein Atom genau das Richtige. Im Übrigen gibt es auch Atomservermainboards (http://www.supermicro.com/products/m...7SLA.cfm?typ=H , http://www.tyan.com.tw/product_SKU_s...&SKU=600000038) und diese sind mit Remote Management Devices gar nicht einmal so schlecht. Wir setzen allerdings auf die Desktop Variante und das bislang sehr schmerzfrei. Für den Betrieb der Atomserver haben wir extra individuelle Regalebenen bauen lassen (https://www.ip-projects.de/forum/bil...1/DSC03470.JPG). Man kann also solche Atomserver auch sehr ordentlich im Rechenzentrum betreiben.
auch wenn die meisten atoms 2 kerne haben, rechnet dir ein 1kerniger celeron oft noch schneller die daten [IMG]file:///C:/Users/admin/AppData/Local/Temp/msohtml1/01/clip_image005.gif[/IMG]
Die Leistung pro Core mag geringer sein, allerdings stehen 2 Cores sowie (dank HT) noch 2 weitere simulierte Cores zur Verfügung. Das Betriebssystem hat demnach 4 Cores zur Verteilung der Aufgaben zur Verfügung. Bei Multi-Core Anwendungen wie z.B. MySQL Servern bringt dies definitiv einen Geschwindigkeitsvorteil.
aber selbst wenn ich da mal paar gb große archive gepackt/entpackt hatte (ohne komprimierung), was normal nicht viel leistung frisst, war die kiste immer am abkacken...
Gerade das Packen von Daten in tar oder bz2 ist keine Multi Core Anwendung. Je nach Packformat kann dies ebenfalls sehr viel CPU Leistung in Anspruch nehmen auf einem Atom sowie auf einem Celeron gleichermaßen. Die Frage ist, wie oft man auf dem Server diese Operationen ausführt. Jeden Tag 100 x oder 1x im Monat.
Dann bleibe ich doch lieber bei meinem vServer der scheint dann ja wesentlich schneller zu laufen als so ein Atom.
Alles abhängig vom Anwendungszweck. Der Vorteil bei einem Atomserver ist, dass man eine eigene dedizierte Maschine besitzt und nicht von anderen Kunden auf dem Shared System abhängig ist. Betreibt z.B. ein Kunde größere Backups jede Nacht, kann sich das negativ auf alle Kunden des Systems auswirken, gerade dann, wenn die Anbindung des Hostsystems voll ausgelastet ist. Bei einem kleinen Atomserver ist man selbst der Herr des Hauses.
Wir haben uns wie man sieht sehr viele Gedanken über die Einführung von Atomservern gemacht. Witzigerweise ist es gerade Windows, was absolut einwandfrei auf den Atomservern durch eine Vielzahl unserer Kunden betrieben wird. Einige Kunden virtualisieren über die Atoms sogar mehrere V-Server. Letztendlich sind Atomserver aber ein Zwischenschritt zwischen einem V-Server und einem richtigen Root-Server.
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